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Regenrinne und Fallrohr

Die Dachentwässerung fällt erst bei Starkregen auf. Diese Seite erklärt ihren Aufbau, typische Störungen und die Folgen für das Gebäude.

Regenrinne mit Fallrohr

Eine Dachentwässerung leitet in wenigen Minuten erhebliche Wassermengen ab. Bei einem kräftigen Regenereignis fällt auf einer gewöhnlichen Dachfläche eine Menge an, die eine Rinne nur bewältigt, wenn sie frei, richtig geneigt und ausreichend bemessen ist. Fehlt eine dieser Bedingungen, läuft das Wasser über und trifft genau die Bauteile, die es nicht erreichen soll.

Diese Seite erklärt, wie eine Dachentwässerung aufgebaut ist, warum sie zusetzt, welche Schäden überlaufendes Regenwasser verursacht und welche Regelwerke dahinterstehen. Was an einer konkreten Anlage getan wird, wird vor Ort entschieden.

Wie eine Dachentwässerung aufgebaut ist

Das Wasser läuft über die Dachfläche in die Rinne, die mit leichtem Gefälle zum Einlauf geführt ist. Über den Rinnenkessel oder Einlaufstutzen gelangt es in das Fallrohr und von dort entweder in einen Standrohr- oder Bodeneinlauf, in eine Regenwasserleitung, in eine Versickerungsanlage oder in eine Zisterne. Der letzte Abschnitt gehört bereits zur Grundstücksentwässerung und ist damit Teil derselben Anlage wie das Schmutzwasser, wenn ein Mischsystem vorliegt.

Die Bemessung von Dachentwässerungen behandelt DIN EN 12056-3 zusammen mit DIN 1986-100. Maßgeblich sind die wirksame Dachfläche und die örtlich anzusetzende Regenspende. Wichtig ist dabei ein Punkt, der häufig übersehen wird: Die Norm verlangt eine Betrachtung des Jahrhundertregens und, wo die reguläre Entwässerung dafür nicht ausreicht, geeignete Notentwässerungen, die das Wasser auf eine schadlos überflutbare Fläche abführen. Bei innenliegender Entwässerung und bei Flachdächern ist das kein Detail, sondern eine Frage der Standsicherheit, weil aufstauendes Wasser die Dachkonstruktion belastet.

Warum Rinne und Fallrohr zusetzen

  • Laub, Nadeln, Blütenreste und Samen sammeln sich vor allem im Herbst und im Frühjahr.
  • Moos und Kies von der Dachfläche wandern in die Rinne und in den Einlauf.
  • Nistmaterial und Vogelkot verkleben Einläufe und Laubfangkörbe.
  • Feinsediment bildet mit organischem Material eine Schlammschicht, die im Fallrohr haftet.
  • Ein zu geringes oder durch verzogene Halterungen verlorenes Gefälle führt zu stehendem Wasser.
  • Verformte Halter und abgesackte Rinnenabschnitte entstehen durch Schneelast oder Eis.

Steht Wasser dauerhaft in der Rinne, wirkt sich das doppelt aus: Es beschleunigt Korrosion an Metallrinnen und begünstigt Bewuchs, der die Situation weiter verschärft.

Was überlaufendes Regenwasser anrichtet

Wasser, das über den Rinnenrand tritt, fällt an der Fassade herab. Die Folgen zeigen sich zuerst dort, wo sie am wenigsten auffallen. Durchfeuchtetes Mauerwerk verliert an Dämmwirkung, Putz und Anstrich lösen sich, und an der Nordseite entsteht Algen- und Moosbewuchs. Läuft das Wasser am Traufbereich hinter die Rinne, gelangt es an Dachschalung, Sparrenköpfe und Traufbohle, wo Holz über Jahre geschädigt wird, ohne dass man es sieht.

Ebenso wichtig ist der Sockelbereich. Konzentriert an einer Stelle herabfallendes Wasser durchnässt das Erdreich am Fundament und belastet die Abdichtung des Kellers. Viele Feuchteschäden an Kellerwänden, die zunächst der Abdichtung zugeschrieben werden, gehen tatsächlich auf eine überlaufende oder falsch angeschlossene Dachentwässerung zurück. Im Winter kommt Eisbildung hinzu: Wasser in einer verstopften Rinne friert, dehnt sich aus und verformt Rinne, Halter und Fallrohr dauerhaft.

Der Übergang in den Boden

Ein häufig übersehener Punkt ist die Stelle, an der das Fallrohr in die erdverlegte Leitung übergeht. Dort sammelt sich alles, was das Fallrohr mitgeführt hat, und dort setzen sich Leitungen bevorzugt zu. Ist der Regenwasseranschluss an eine gemeinsame Grundleitung geführt, wirkt sich eine Störung zusätzlich auf die Schmutzwasserentwässerung aus. In Trennsystemen ist Regenwasser dagegen getrennt zu führen; die Zuordnung und die Grenze der eigenen Verantwortung beschreibt Zuständigkeit bei der Grundstücksentwässerung. Zum Zusammenhang mit Starkregen und Rückstau siehe Rückstau und Rückstausicherung.

Werkstoffe und Lebensdauer

Rinnen und Fallrohre bestehen üblicherweise aus Zink, verzinktem Stahl, Kupfer, Aluminium oder Kunststoff. Die Werkstoffe unterscheiden sich in Lebensdauer, Ausdehnungsverhalten und Empfindlichkeit gegenüber stehendem Wasser erheblich. Wichtig ist außerdem, dass unterschiedliche Metalle in Fließrichtung nicht beliebig kombiniert werden dürfen, weil sonst Korrosion begünstigt wird. Ebenso braucht jede lange Rinne eine Möglichkeit, sich bei Temperaturwechseln auszudehnen; fehlt sie, reißen Nähte und Halterungen mit der Zeit auf.

Was vor einer Meldung hilft

  • Beobachten, an welcher Stelle das Wasser übertritt und bei welcher Regenstärke.
  • Notieren, ob das Fallrohr hörbar Wasser führt oder ob es still bleibt.
  • Angeben, wie viele Geschosse und welche Dachform vorliegen.
  • Feststellen, ob Bäume in unmittelbarer Nähe stehen.
  • Angeben, wohin das Fallrohr entwässert, soweit bekannt.
  • Fotos vom Überlauf während des Regens machen, sofern das gefahrlos möglich ist.

Entschieden wird vor Ort

Dachentwässerungen unterscheiden sich in Werkstoff, Bauform, Zugänglichkeit und Zustand, und die Arbeit findet in Höhe statt. Was möglich und sinnvoll ist, hängt davon ab, was vor Ort angetroffen wird, und wird dort beurteilt. Wenn eine Rinne nicht mehr instand zu setzen ist oder wenn die Ursache in der Bemessung liegt, gehört auch diese Aussage zu einer ehrlichen Auskunft.

Kontakt und Rückfragen

Für eine Meldung nutzen Sie die Telefonnummer 01512 4403579 oder die Adresse info@rohrfast24.de. Beschreiben Sie dabei, wo das Wasser übertritt und seit wann Ihnen das auffällt.

Das übernehmen wir

  • Rinnen, Einläufe und Fallrohre auf Zustand und Funktion ansehen
  • Die Ursache eines Überlaufs feststellen
  • Die Ableitung des Regenwassers wieder funktionsfähig machen
  • Auf Schäden an Rinne, Halterung oder Anschluss hinweisen
  • Den Übergang in die Grundleitung beurteilen
  • Den Arbeitsbereich geordnet hinterlassen

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine Dachrinne kontrolliert werden?

Sinnvoll ist eine Sichtkontrolle nach dem Laubfall und noch einmal im Frühjahr nach Blüte und Samenflug. Stehen große Bäume in der Nähe, ist häufigeres Nachsehen angebracht, weil sich Rinnen dann deutlich schneller füllen.

Helfen Laubschutzgitter dauerhaft?

Sie halten grobes Laub zurück und verlängern die Abstände, verhindern aber keine Feinsedimente. Auf dem Gitter selbst bildet sich mit der Zeit eine Schicht, die das Wasser am Eintritt hindert, weshalb auch dort kontrolliert werden muss.

Warum ist eine Notentwässerung vorgeschrieben?

Weil die reguläre Entwässerung nicht auf jedes denkbare Regenereignis ausgelegt ist. Reicht sie beim Bemessungsregen nicht aus, muss überschüssiges Wasser schadlos abgeführt werden, damit sich kein Wasser auf dem Dach aufstaut.

Kann eine defekte Dachrinne feuchte Kellerwände verursachen?

Ja, und das kommt häufiger vor als vermutet. Konzentriert am Sockel herabfallendes Wasser durchnässt das Erdreich am Fundament und belastet die Abdichtung, was sich später als Feuchte an der Kellerwand zeigt.

Wohin darf das Regenwasser abgeleitet werden?

Das richtet sich nach der örtlichen Entwässerungssatzung und danach, ob ein Misch- oder ein Trennsystem vorliegt. In vielen Fällen ist Versickerung auf dem Grundstück vorgesehen oder erwünscht, sofern der Untergrund das zulässt.

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