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Fettabscheider und Abwasserhebeanlagen

Abscheider und Hebeanlagen arbeiten unauffällig, bis sie ausfallen. Diese Seite erklärt ihre Funktion, die Regelwerke und die Bedeutung der Wartung.

Pumpen einer Abwasserhebeanlage

Fettabscheider und Abwasserhebeanlagen sind technische Bauteile, die im Alltag niemand wahrnimmt. Sie stehen im Keller oder im Hof, sie arbeiten geräuscharm, und sie melden sich in aller Regel erst, wenn sie nicht mehr arbeiten. Genau darin liegt das Risiko: Beide Anlagen sichern einen Betriebszustand, dessen Ausfall unmittelbar Abwasser in Räume bringt oder nachfolgende Leitungen belastet.

Diese Seite erklärt, was diese Anlagen leisten, welche Regelwerke für sie gelten, warum ihre Wartung nicht freiwillig ist und woran sich eine Störung frühzeitig ankündigt. Was an einer konkreten Anlage zu tun ist, wird vor Ort beurteilt.

Was ein Fettabscheider leistet

Fetthaltiges Abwasser aus gewerblichen Küchen, Metzgereien, Bäckereien oder Kantinen darf nicht unbehandelt in das öffentliche Netz gelangen. Ein Abscheider nutzt dafür einen einfachen physikalischen Zusammenhang: Fette und Öle sind leichter als Wasser und trennen sich in einem beruhigten Behälter an der Oberfläche ab, während Schwerstoffe wie Speisereste, Sand und Knochenteile absinken. In der Mitte verbleibt das weitgehend entlastete Abwasser, das weitergeleitet wird. Voraussetzung ist eine ausreichend lange Verweilzeit, weshalb die Anlage nach dem tatsächlichen Anfall bemessen sein muss.

Die Anforderungen an Abscheideanlagen für Fette stehen in DIN EN 1825 und ergänzend in DIN 4040-100. Sie beschreiben Bemessung, Einbau, Betrieb und die wiederkehrende Prüfung. Wird ein Abscheider zu selten entleert, füllt sich die Fettschicht bis in den Durchflussbereich, die Verweilzeit reicht nicht mehr aus, und die Anlage verliert ihre Wirkung, ohne dass äußerlich etwas auffällt. Die nachfolgenden Leitungen setzen sich dann in einem Tempo zu, das ohne Abscheider kaum schneller wäre.

Was eine Hebeanlage leistet

Abwasser fließt mit Gefälle. Fällt es unterhalb der Rückstauebene an, gibt es kein Gefälle mehr, mit dem sich der Kanal erreichen ließe, ohne im Rückstaufall den Rückweg offen zu lassen. Eine Abwasserhebeanlage löst das, indem sie das Abwasser sammelt und über eine Druckleitung mit einer Schleife über die Rückstauebene hinweg fördert. Damit ist der Rückweg auch bei vollem Kanal versperrt. Anforderungen an solche Anlagen enthält die Normenreihe DIN EN 12050, die Einbindung in die Entwässerung regeln DIN EN 12056-4 und DIN 1986-100.

Unterschieden wird zwischen Anlagen für fäkalienhaltiges Abwasser und solchen für fäkalienfreies Abwasser. Für Toiletten unterhalb der Rückstauebene ist eine Anlage mit Rückstauschleife der vorgesehene Regelfall. Der Zusammenhang mit dem Rückstauschutz ist unter Rückstau und Rückstausicherung beschrieben.

Warum Wartung nicht optional ist

Beide Anlagen arbeiten dauerhaft in Abwasser. In einem Abscheider verhärtet die Fettschicht, Schwimmstoffe verkleben Zu- und Ablaufbereiche, und Geruchsverschlüsse setzen sich zu. In einer Hebeanlage sind bewegliche Teile im Einsatz: Pumpenlaufräder, Rückschlagklappen, Schwimmer- oder Druckschalter, Entlüftungen. Fasern und Vliesstoffe wickeln sich um Laufräder, Fett verklebt Schaltpunkte, und Rückschlagklappen schließen nicht mehr vollständig, sodass gefördertes Abwasser zurückläuft und die Pumpe erneut anspringt.

DIN 1986-30 ordnet die Instandhaltung von Entwässerungsanlagen und sieht regelmäßige Wartung und Prüfung für Abscheider, Hebeanlagen und Rückstauverschlüsse vor. Für Abscheider bestehen zusätzlich Anforderungen an Entleerung, Eigenkontrolle und wiederkehrende Prüfung; die Einzelheiten legen häufig die örtlichen Entwässerungssatzungen fest. Eine Einordnung der Pflichten bietet Wartungspflicht für Hebeanlage und Fettabscheider.

Woran sich eine Störung ankündigt

  • Die Pumpe läuft häufiger oder deutlich länger als früher.
  • Die Anlage schaltet in kurzen Abständen ein und aus.
  • Aus dem Aufstellraum kommt Geruch, der vorher nicht wahrnehmbar war.
  • Eine Störmeldung erscheint, wird aber quittiert und nicht weiterverfolgt.
  • Angeschlossene Abläufe werden langsamer.
  • Beim Abscheider steigt die Fettschicht sichtbar an oder es tritt Geruch aus dem Deckel.
  • Der Stromverbrauch der Anlage fällt auf.

Was ein Ausfall bedeutet

Fällt eine Hebeanlage aus, staut sich das Abwasser im Sammelbehälter und tritt anschließend an der nächsten offenen Stelle aus, also typischerweise im Untergeschoss. Da es sich häufig um fäkalienhaltiges Abwasser handelt, ist das nicht nur ein Sachschaden, sondern ein hygienisches Problem, das eine gründliche Reinigung des betroffenen Bereichs erfordert. Fällt ein Abscheider aus, ist der Schaden weniger sichtbar, aber nicht kleiner: Die nachfolgenden Leitungen setzen sich zu, es drohen Beanstandungen durch die zuständige Stelle, und im Gewerbe steht die Nutzung der Küche in Frage.

Was vor einer Meldung hilft

  • Hersteller, Typ und, wenn vorhanden, Baujahr der Anlage notieren.
  • Vorhandene Wartungsunterlagen und die letzte Prüfung heraussuchen.
  • Die angezeigte Störmeldung wörtlich aufschreiben.
  • Notieren, welche Räume und Abläufe angeschlossen sind.
  • Kein weiteres Abwasser einleiten, wenn die Anlage nicht fördert.
  • Den Zugang zum Aufstellraum und zum Deckel freiräumen.

Entschieden wird vor Ort

Anlagen dieser Art unterscheiden sich stark in Bauart, Alter und Einbindung, und viele Störungen haben mehr als eine mögliche Ursache. Was zu tun ist, ergibt sich erst aus der Sichtung der Anlage und ihrer Umgebung. Diese Beurteilung trifft die Person vor Ort und legt sie Ihnen dar, bevor etwas geschieht.

Kontakt und Rückfragen

Für eine Meldung nutzen Sie die Telefonnummer 01512 4403579 oder die Adresse info@rohrfast24.de. Halten Sie Typ und Standort der Anlage sowie den Wortlaut einer Störmeldung bereit.

Das übernehmen wir

  • Zustand und Funktion der Anlage feststellen
  • Die Ursache einer Störung benennen
  • Die Betriebsfähigkeit wiederherstellen
  • Auffälligkeiten an Zuläufen, Schaltung und Abgang festhalten
  • Den Befund für Verwaltung, Eigentümer oder Betreiber dokumentieren
  • Den Aufstellraum sauber hinterlassen

Häufige Fragen

Warum reicht es nicht, den Abscheider selten zu entleeren?

Weil die Fettschicht in den Durchflussbereich hineinwächst und die Verweilzeit verkürzt. Die Anlage sieht dann von außen unverändert aus, trennt aber nicht mehr, und die nachfolgenden Leitungen setzen sich zu.

Was macht die Rückstauschleife bei einer Hebeanlage?

Sie führt die Druckleitung über die Rückstauebene, bevor das Abwasser in die Kanalleitung fällt. Dadurch kann Wasser aus dem Kanal auch bei vollem Netz nicht in die Anlage zurücklaufen.

Warum schaltet die Pumpe so häufig ein?

Häufige Schaltspiele deuten oft darauf hin, dass gefördertes Abwasser zurückläuft, etwa bei einer nicht schließenden Rückschlagklappe. Auch verschmutzte Schaltpunkte oder ein zu großer Zulauf kommen als Ursache in Betracht.

Wer ist für die Wartung verantwortlich?

Der Betreiber der Anlage, also je nach Konstellation Eigentümer, Verwaltung oder der gewerbliche Nutzer. Die Instandhaltungsnorm und häufig auch die örtliche Entwässerungssatzung verlangen wiederkehrende Wartung und Prüfung.

Was gehört auf keinen Fall in eine Hebeanlage?

Feuchttücher, Hygieneartikel, Textilien, Katzenstreu und größere Fettmengen. Faserstoffe wickeln sich um das Laufrad, Fett verklebt Schaltpunkte, und beides führt regelmäßig zu Ausfällen.

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