Füllen Sie zuerst jeden selten benutzten Ablauf mit Wasser, auch Bodenablauf und Gäste-WC. Bleibt der Geruch, achten Sie auf den Zeitpunkt: dauerhaft deutet auf eine undichte Verbindung oder ein defektes Rohr hin, nur beim Ablaufen anderer Stellen auf eine fehlende Rohrbelüftung. Riecht es plötzlich stark im Keller, lüften Sie und rufen Sie an.
Der einfachste Fall zuerst
In der Mehrzahl der Fälle steht am Anfang ein leerer Geruchverschluss, und der füllt sich schlicht durch Wasser wieder auf. Betroffen sind dabei meist die Abläufe, an die niemand denkt: der Bodenablauf in der Waschküche, der Ablauf in der Garage, das WC im nicht genutzten Gästebad, die Duschtasse im Keller, der Ablauf hinter der Waschmaschine. Verschwindet der Geruch nach dem Wassereintrag und bleibt er weg, war die Ursache Verdunstung und nichts weiter.
Bis dahin gilt der Geruch selbst als Hinweis, nicht als Nebensache. Kanalluft enthält je nach Zustand der Leitung Schwefelwasserstoff und Methan. In kleinen Mengen ist das unangenehm, in einem geschlossenen Kellerraum kann es mehr sein, weshalb Lüften in dieser Lage kein Komfortthema ist.
Warum Kanalluft überhaupt hereinkommt
Jede Ablaufstelle in einer Wohnung ist durch einen Geruchsverschluss vom Kanal getrennt. Das ist eine simple Wassersperre: Im Siphonbogen oder im Tauchbecher steht Wasser, und dieses Wasser lässt Luft nicht passieren. Üblich ist eine Sperrwasserhöhe von etwa fünf Zentimetern.
Riecht es in der Wohnung nach Abwasser, dann ist genau diese Sperre an mindestens einer Stelle offen. Entweder fehlt das Wasser, oder die Luft nimmt einen anderen Weg an der Sperre vorbei. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht, und deshalb lässt sich der Fehler systematisch eingrenzen.
Die vier Ursachen im Überblick
| Ursache | Typisches Merkmal | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Ausgetrockneter Geruchsverschluss | Geruch dauerhaft, Ablauf lange ungenutzt, Raum warm und trocken | Wasser nachfüllen, monatlich wiederholen |
| Leergesaugter Geruchsverschluss | Geruch nur beim Duschen, Waschen oder Spülen, oft mit Gluckern | Belüftung prüfen lassen |
| Fehlende oder verrutschte Dichtung | Geruch immer, meist punktuell hinter WC, Waschmaschine oder Revisionsdeckel | Verbindung öffnen, Dichtung richtig setzen oder tauschen |
| Beschädigtes Rohr | Geruch dauerhaft, oft mit Feuchtigkeit, Flecken oder Insekten | Kamerabefahrung, Ortung, Reparatur |
Ursache eins: Das Wasser ist verdunstet
Ein Tauchbecher fasst wenig, und in einem beheizten Raum verdunstet dieser halbe Liter in vier bis acht Wochen. Danach steht die Wohnung offen zum Kanal. Betroffen sind fast immer Abläufe, die niemand benutzt. Füllen Sie nach und geben Sie einen Esslöffel Speiseöl dazu, der Ölfilm bremst die Verdunstung deutlich. Für dauerhaft ungenutzte Abläufe gibt es Trockenschutzeinsätze mit Membran, Näheres in Bodenablauf und Geruchsverschluss.
Ursache zwei: Der Verschluss wird leergesaugt
Wenn eine Waschmaschine abpumpt oder eine Dusche schnell abläuft, schiebt die Wassersäule Luft vor sich her und erzeugt dahinter Unterdruck. Ist die Fallleitung ausreichend über Dach belüftet oder sitzt ein Belüftungsventil an der richtigen Stelle, strömt Luft nach und nichts passiert. Fehlt diese Belüftung oder ist sie verstopft, holt sich der Unterdruck die Luft dort, wo es am leichtesten geht: durch den Geruchsverschluss der Nachbarablaufstelle. Der wird leergesaugt, und danach riecht es.
Sie erkennen das an zwei Zeichen. Erstens gluckert es an einer anderen Stelle, während irgendwo Wasser abläuft. Zweitens hilft Nachfüllen, aber immer nur bis zum nächsten Waschgang. Das ist kein Reinigungsproblem, sondern ein Anlagenmangel und gehört in fachliche Hände. Belüftungsventile sitzen oft in Vorwandinstallationen oder unter dem Dach und sind schlicht zugesetzt.
Ursache drei: Eine Dichtung sitzt nicht mehr
Diese Ursache wird am häufigsten übersehen, weil der Geruch dann nicht aus dem Ablauf kommt, sondern aus der Wand. Klassische Stellen:
- Die Anschlussmanschette hinter dem WC. Wird beim Verrücken oder Neusetzen der Keramik gestaucht oder herausgedrückt. Dahinter steht die Fallleitung offen.
- Das Standrohr der Waschmaschine. Ohne Geruchsverschluss oder mit zu weitem Rohr, in dem der Ablaufschlauch nur lose hängt.
- Revisionsdeckel an der Fallleitung. Deckeldichtung hart geworden oder Deckel nur halb angezogen, oft im Kellerabgang oder im Schacht hinter der Wandverkleidung.
- Der Siphon selbst. Konusdichtung falsch herum eingelegt, Überwurfmutter nur angelegt, siehe Siphon reinigen.
- Kondensatleitungen und Geräteanschlüsse. Ein Stutzen am Spülensiphon, an dem nichts angeschlossen und nichts verschlossen ist.
Ursache vier: Das Rohr ist beschädigt
Bleibt der Geruch, obwohl alle Verschlüsse gefüllt und alle Verbindungen dicht sind, dann tritt Kanalluft aus dem Rohr selbst aus. In Altbauten sind das gerissene Gussrohre im Schacht, gebrochene Steinzeugmuffen unter der Bodenplatte oder eine abgesackte Grundleitung. Begleitzeichen sind feuchte Sockelbereiche, dunkle Flecken an der Wand, kleine Fliegen im Keller oder ein Geruch, der bei Regen stärker wird.
Hier ist Raten sinnlos. Geklärt wird das mit einer Kamerabefahrung und, wo die Kamera nicht hinkommt, mit einer Nebelprüfung oder einer Dichtheitsprüfung. Siehe Kanal-TV-Inspektion und wann eine Kamerainspektion sinnvoll ist.
Woran sich die Ursache eingrenzen lässt
- Der zeitliche Verlauf. Dauerhafter Geruch spricht für einen Belag oder eine Undichtigkeit, Geruch nur nach dem Duschen oder Waschen für einen abgesaugten Verschluss.
- Das Wetter. Geruch bei Wind oder fallendem Luftdruck deutet auf die Lüftungsleitung, Geruch bei Regen auf den Zustand im Kanal.
- Der Ort. Riecht es punktuell am Überlauf, am Anschluss hinter dem WC, am Standrohr oder am Revisionsdeckel, ist die Quelle dort und nicht im Ablauf.
- Die Reichweite. Riecht es auch im Treppenhaus und bei Nachbarn, liegt es am Strang und nicht an der einzelnen Wohnung.
- Die Begleitumstände. Feuchte Fußleisten oder dunkle Ränder an der Wand sprechen für eine schadhafte Leitung und nicht für eine Verschmutzung.
Diese Beobachtungen kosten nichts und verkürzen jede spätere Untersuchung erheblich, weil sie die Zahl der möglichen Ursachen von vier auf meist eine reduzieren.
Was Sie besser lassen
Duftsteine und Raumsprays überdecken das Problem und kosten Sie die Zeit, in der ein Rohrschaden weiterarbeitet. Chemischer Rohrreiniger löst keine Undichtigkeit und macht spätere Arbeiten gefährlich, siehe chemischer Rohrreiniger. Und dichten Sie nichts pauschal mit Silikon ab: Wer einen Revisionsdeckel oder eine Manschette zuschmiert, verschließt genau die Öffnung, die später für die Reinigung gebraucht wird.
Wann es dringend wird
Rufen Sie sofort an, wenn der Geruch plötzlich und stark auftritt, wenn er von feuchten Wänden oder aufsteigendem Wasser begleitet wird, wenn mehrere Wohnungen gleichzeitig betroffen sind oder wenn es in einem Keller ohne Fenster nach faulen Eiern riecht. Letzteres kann Schwefelwasserstoff sein, dann gilt: Raum verlassen, lüften, nicht mit offenem Licht arbeiten.
Rohrfast24, Klosterstraße 80, 40211 Düsseldorf, ist unter 01512 4403579 erreichbar, in Düsseldorf und im Umkreis von 30 Kilometern. Was nötig ist und was es kostet, wird genannt, nachdem sich jemand die Anlage angesehen hat, und bevor gearbeitet wird.
Es riecht nur nachts. Woran kann das liegen?
Nachts ist der Kanal ruhiger und die Wohnung dichter, weil Fenster zu sind und die Lüftung aus ist. Ein kleiner Fehler, der tagsüber untergeht, fällt dann auf. Die Ursachen sind dieselben, die Suche beginnt trotzdem beim Geruchsverschluss.
Kann ein neuer Geruch nach einer Badsanierung normal sein?
Nein. Nach Arbeiten am Ablauf ist fast immer eine Dichtung die Ursache: eine gestauchte WC-Manschette, ein falsch eingelegter Konus oder ein Stutzen, der offen geblieben ist. Melden Sie das dem ausführenden Betrieb, das gehört zur Nacharbeit.
Hilft es, Chlorreiniger in den Ablauf zu kippen?
Kaum. Der Geruch kommt aus einer offenen Verbindung zum Kanal, nicht aus einem Belag im Rohr. Chlor überdeckt kurz, greift Dichtungen an und bildet mit sauren Reinigern giftiges Chlorgas. Suchen Sie stattdessen die undichte Stelle.
Wer zahlt in der Mietwohnung?
Ein trockener Geruchsverschluss ist Sache des Mieters, er muss nur nachgefüllt werden. Eine fehlende Belüftung, eine defekte Manschette oder ein beschädigtes Rohr sind Mängel der Mietsache und damit Sache des Vermieters. Melden Sie den Geruch deshalb schriftlich.
Quellen
- DIN EN 12056-2 — Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden, Schmutzwasseranlagen, Geruchverschlüsse und Belüftung
- DIN EN 12380 — Belüftungsventile für Entwässerungsanlagen, Anforderungen, Prüfverfahren und Konformitätsbewertung
- DIN EN 1253 — Abläufe für Gebäude, Anforderungen an Bodenabläufe und Geruchverschlüsse
- DIN 1986-100 — Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, Anforderungen an Lüftungs- und Anschlussleitungen
Fachlich geprüft von Rohrfast24 · Fachbetrieb für Rohr- und Kanalreinigung · Klosterstraße 80, 40211 Düsseldorf. Geprüft am 22.08.2026.