Öffnen Sie zuerst den betroffenen Hahn, damit Schmelzwasser abfließen kann und sich kein Druck aufbaut. Tauen Sie dann langsam vom Hahn in Richtung Frostzone auf, mit warmen Tüchern, Föhn oder Heißluft aus sicherem Abstand. Niemals mit offener Flamme. Halten Sie den Haupthahn griffbereit, denn ein Riss zeigt sich erst, wenn das Eis weg ist.
Woran Sie erkennen, dass es Eis ist
Es ist Frost, und aus einem Hahn kommt kein oder nur noch wenig Wasser, während es an anderen Stellen im Haus normal läuft. Das ist das Bild. Weitere Hinweise: Der Strang führt durch einen unbeheizten Raum, eine Außenwand, einen Kellerhals oder einen Dachboden. Das Rohr ist an einer Stelle spürbar kälter als daneben und manchmal von Reif überzogen. Beim Öffnen des Hahns gluckert es kurz und hört dann auf.
Kommt dagegen im ganzen Haus kein Wasser mehr, prüfen Sie zuerst den Haupthahn und den Zähler. Und läuft es irgendwo, wo es nicht laufen soll, ist es kein Frostproblem mehr, sondern ein Rohrbruch, siehe Wasserrohrbruch und was zuerst zählt.
Warum ein Rohr überhaupt platzt
Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus, das ist der bekannte Teil. Der gefährlichere Teil ist ein anderer: Der Eispfropf wächst und schiebt das noch flüssige Wasser vor sich her. Ist der Hahn am Ende der Leitung geschlossen, kann dieses Wasser nirgendwohin, und zwischen Eispfropf und geschlossener Armatur baut sich ein sehr hoher Druck auf. Aufreißen tut das Rohr dann meist nicht an der Eisstelle, sondern in diesem eingeschlossenen Abschnitt.
Daraus folgt die wichtigste Regel: Hahn auf, bevor Sie irgendetwas erwärmen. Ein offener Hahn nimmt dem System den Druck und zeigt Ihnen außerdem sofort, wann das Eis nachgibt.
Warum der Zustand vor dem Auftauen zählt
Ein Eispfropf ist selten das eigentliche Problem. Das Problem ist der Riss, den das gefrierende Wasser bereits erzeugt hat und der sich erst zeigt, wenn das Eis schmilzt und die Leitung wieder Druck bekommt. Deshalb ist die Lage vor dem Auftauen entscheidend: Ist die Zufuhr absperrbar, ist der Bereich unter dem Rohr frei von Elektrik und empfindlichen Sachen, und ist erkennbar, wie lang der betroffene Abschnitt ist?
Ein geöffneter Auslauf an der betroffenen Leitung hat dabei eine eigene Funktion. Er nimmt dem System den Druckaufbau, sobald das Eis nachgibt, und er zeigt zugleich an, wann wieder Wasser fließt. Je älter das Rohr und je länger der gefrorene Abschnitt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass danach etwas austritt, siehe Wasser abstellen am Haupthahn.
Warum die Richtung entscheidend ist
Wärme wirkt in einer gefrorenen Leitung nicht gleichmäßig. Wird ein Abschnitt in der Mitte erwärmt, entsteht dort geschmolzenes Wasser zwischen zwei verbliebenen Eispfropfen. Da Wasser sich nicht zusammendrücken lässt, baut sich genau der Druck auf, der die Leitung aufreißt. Aus diesem Grund arbeitet ein Auftauvorgang immer von der offenen Seite in Richtung Frostzone, also von dort, wo das Wasser entweichen kann, hin zum geschlossenen Bereich.
Ebenso wichtig ist die Art der Wärme. Milde, gleichmäßige Wärme über eine längere Strecke ist schonend; punktuelle Hitze ist gefährlich, weil sie das Material örtlich stark belastet, während der Rest gefroren bleibt. Bei Kunststoffleitungen kommt hinzu, dass sie sich unter starker Hitze verformen. Eine erhöhte Raumtemperatur und ein geöffneter Schrank oder eine offene Verkleidung wirken langsamer, aber ohne dieses Risiko.
Methoden, die Häuser in Brand setzen
- Lötlampe, Gasbrenner, Kerze. Die häufigste Ursache für Brände in Kellern und Dachböden im Winter. Dämmung, Staub, Holzbalken und Kabelisolierung entzünden sich, bevor das Eis schmilzt.
- Heizlüfter unbeaufsichtigt auf Kartons gerichtet. Ebenso gefährlich, nur langsamer.
- Kochendes Wasser über ein Metallrohr gießen. Punktuelle Hitze auf sprödem Material, dazu Verbrühungsgefahr und Wasser im Elektroverteiler.
- Salz oder Chemie in die Leitung. Wirkungslos in einer Trinkwasserleitung und unzulässig.
- Mit dem Hammer auf das Rohr schlagen. Gefrorene Rohre sind spröde. Sie erzeugen den Bruch, den Sie verhindern wollten.
Der Riss zeigt sich beim Auftauen, nicht beim Einfrieren
Solange Eis in der Leitung sitzt, dichtet es den Riss ab. Sobald es schmilzt, kommt der Druck zurück und das Wasser tritt aus. Deshalb ist die Minute nach dem Auftauen die kritische. Bleiben Sie am Rohr stehen, behalten Sie die Stelle im Blick und legen Sie die Hand auf den Haupthahn. Wenn es tropft oder spritzt, sofort absperren und den Rest der Leitung entleeren.
Ein Riss ist nicht immer sichtbar. Aufmerksam werden sollten Sie auch bei Rauschen in der Wand, bei feuchten Sockelleisten und bei einem Wasserzähler, der sich dreht, obwohl nichts geöffnet ist. Dokumentieren Sie alles mit Fotos, bevor Sie aufräumen, siehe Wasserschaden dokumentieren.
Wenn Sie die Frostzone nicht finden
Erwärmen Sie dann nicht auf Verdacht große Bereiche, sondern grenzen Sie ein. Tasten Sie das Rohr in kurzen Abständen ab, die Eisstelle ist deutlich kälter. Prüfen Sie die klassischen Verdächtigen: Außenwanddurchführungen, Rohre in Lichtschächten, Leitungen zu Außenzapfstellen, ungedämmte Abschnitte im Kellerhals, Steigleitungen in kalten Treppenhäusern und Dachbodenleitungen.
Bringt das nichts oder ist das Rohr unter Putz verlegt, hört das Selbermachen auf. Eine unter Putz verlegte, eingefrorene Leitung wird geortet und kontrolliert erwärmt, siehe Leckortung.
Abwasserleitungen frieren ebenfalls ein
Betroffen sind vor allem Fallrohre an der Außenwand, Hofabläufe, Leitungen von Außendusche und Waschküche sowie Grundleitungen, die zu flach verlegt wurden. Symptome sind ein Ablauf, der nur bei Frost steht, und Wasser, das im Hof stehen bleibt. Hier hilft keine Chemie und kein Auftauversuch von oben, sondern Warmwasserspülung durch den Fachbetrieb und danach eine Prüfung der Verlegetiefe.
Vorbeugen kostet fast nichts
Dämmen Sie alle Leitungen in unbeheizten Räumen, besonders an Außenwänden und in Durchführungen. Entleeren Sie Außenzapfstellen im Herbst: Innenventil schließen, Außenhahn öffnen und offen lassen, Schlauch abnehmen. Frostsichere Außenarmaturen entleeren sich selbst, aber nur, wenn kein Schlauch angeschlossen bleibt.
Lassen Sie leerstehende Wohnungen und Ferienhäuser nicht ungeheizt, halten Sie mindestens eine Grundtemperatur, oder entleeren Sie die Installation vollständig. Kontrollieren Sie Kellerfenster und Lichtschächte, ein gekipptes Fenster reicht für eine eingefrorene Steigleitung. Und wenn eine Stelle regelmäßig einfriert, ist Begleitheizung mit Thermostat die dauerhafte Lösung.
Rohrfast24, Klosterstraße 80, 40211 Düsseldorf, ist unter 01512 4403579 erreichbar, in Düsseldorf und im Umkreis von 30 Kilometern. Was nötig ist und was es kostet, wird genannt, nachdem sich jemand die Anlage angesehen hat, und bevor gearbeitet wird.
Wie lange dauert das Auftauen?
Mit warmen Tüchern und erhöhter Raumtemperatur rechnen Sie mit einer bis mehreren Stunden, abhängig von Rohrdurchmesser, Material und Länge des Eispfropfs. Schneller geht es nur mit mehr Hitze, und genau das erhöht das Brand- und Bruchrisiko.
Soll ich bei Frost das Wasser tropfen lassen?
Bei akut gefährdeten Abschnitten kann ein dünner Dauerlauf helfen, weil bewegtes Wasser langsamer gefriert. Als Dauerlösung ist es Verschwendung und ersetzt keine Dämmung. Bei einer bereits eingefrorenen Leitung bringt es nichts mehr.
Zahlt die Versicherung einen Frostschaden?
Frostbedingte Rohrbrüche an Leitungswasser führenden Rohren sind in der Wohngebäudeversicherung üblicherweise eingeschlossen. Die Bedingungen verlangen aber meist, dass das Gebäude ausreichend beheizt oder die Anlage entleert war. Ein ungeheiztes Haus im Winter kann den Schutz kosten.
Was mache ich mit einem eingefrorenen Außenwasserhahn?
Innenventil schließen, Außenhahn öffnen, langsam mit warmen Tüchern auftauen und danach prüfen, ob es tropft. Frostschäden zeigen sich häufig erst im Frühjahr beim ersten Gebrauch. Vor dem nächsten Winter entleeren und den Schlauch abnehmen.
Quellen
- DIN 1988-200 — Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, Planung und Ausführung, Anforderungen an frostsichere Verlegung und Dämmung
- DIN 1986-100 — Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, frostfreie Verlegung von Leitungen im Erdreich und im Außenbereich
Fachlich geprüft von Rohrfast24 · Fachbetrieb für Rohr- und Kanalreinigung · Klosterstraße 80, 40211 Düsseldorf. Geprüft am 22.08.2026.