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Rückstauschutz in Düsseldorf: Ihre Pflichten nach der Abwassersatzung

Kurz erklärt

Nach der Düsseldorfer Abwassersatzung müssen Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene gegen Rückstau gesichert werden. Rückstauebene ist die Straßenoberkante vor dem Grundstück. Verantwortlich ist der Grundstückseigentümer, die Stadt haftet nicht für Rückstauschäden. Für bewohnte Kellerräume ist eine Hebeanlage die sichere Lösung.

Die Pflicht steht in der Satzung

Die Technische Abwassersatzung der Landeshauptstadt Düsseldorf regelt, wie Grundstücke an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden und was der Anschlussnehmer zu beachten hat. Zwei Bestimmungen sind für den Rückstauschutz entscheidend.

Erstens die Definition: Rückstauebene ist die Straßenoberkante, also die Fahrbahn einschließlich Gehwegen und Seitenstreifen, vor dem anzuschließenden Grundstück. Zweitens die Pflicht: Abwassereinläufe und Ablaufstellen, die unterhalb dieser Ebene liegen, müssen nach den technischen Bestimmungen gegen Rückstau gesichert werden. Die Satzung stellt zudem klar, dass die Stadt für Schäden durch Rückstau nicht haftet.

Damit ist die Verantwortung eindeutig verteilt. Wer im Keller einen Bodenablauf, eine Dusche, ein WC oder einen Waschmaschinenanschluss hat, muss selbst dafür sorgen, dass bei vollem Kanal nichts hereindrückt.

Warum Rückstau entsteht

Bei Starkregen füllt sich der öffentliche Kanal. Der Wasserspiegel darin steigt und kann bis zur Straßenoberkante reichen. Alles, was tiefer liegt und ungesichert an diesen Kanal angeschlossen ist, wird dann von hinten geflutet. Das ist kein Versagen der Stadt, sondern eine Folge der Bemessung: Kanäle werden auf ein bestimmtes Regenereignis ausgelegt, nicht auf jedes denkbare.

Extreme Regenereignisse haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Wer bisher Glück hatte, sollte das nicht als Beweis für Sicherheit nehmen.

Die zwei technischen Lösungen

Lösung Zulässig für Grenzen
Rückstauverschluss mit Klappe fäkalienfreies Abwasser, untergeordnete Räume Bei geschlossener Klappe ist kein Abfluss möglich, Versagen bei Verschmutzung
Abwasserhebeanlage mit Druckleitung und Rückstauschleife Fäkalien, bewohnte oder gewerblich genutzte Kellerräume Braucht Strom, Wartung und Platz

Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Hebeanlage den besten Schutz bietet, weil die Druckleitung über die Rückstauebene geführt wird und die hydraulische Trennung auch bei Pumpenausfall oder Stromausfall bestehen bleibt. Für bewohnte Keller- und Souterrainräume ist sie die richtige Lösung.

Rückstauverschlüsse sind nur für bestimmte Anwendungen zulässig und gehören nicht in den Revisionsschacht vor dem Haus und nicht als Sammelabsicherung in den Keller. Eine falsch platzierte Klappe schützt nicht, sondern verlagert das Problem.

Die technischen Regeln dahinter

Die Bemessung und Ausführung richtet sich nach den anerkannten Regeln der Technik. Maßgeblich sind die europäische Normenreihe für Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden, insbesondere der Teil zu Abwasserhebeanlagen, sowie die nationale Ergänzungsnorm für Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke. Für Rückstauverschlüsse gibt es eine eigene Produktnorm mit Typenbezeichnungen, die festlegt, welcher Verschlusstyp für welches Abwasser zulässig ist.

Wichtig ist der Grundsatz: Der beste Rückstauschutz ist, unterhalb der Rückstauebene gar keine Ablaufstellen zu haben. Wo das nicht geht, gilt die Reihenfolge Hebeanlage vor Rückstauverschluss.

Wartung ist Teil der Pflicht

Eine Sicherung, die nicht funktioniert, ist keine Sicherung. Klappen verkleben mit Fett, Dichtlippen härten aus, Führungen verschmutzen, Notverschlüsse lassen sich nicht mehr schließen. Bei Hebeanlagen setzen sich Laufräder zu, Schwimmerschalter verhaken sich und Rückflussverhinderer schließen nicht mehr.

Die technischen Regeln sehen regelmäßige Inspektion und Wartung vor. Die Stadt empfiehlt für Rückstausicherungen eine Wartung in der Regel halbjährlich nach Herstellerangaben. Für Hebeanlagen gelten je nach Gebäudeart gestaffelte Intervalle, siehe Wartungspflicht bei Hebeanlage und Fettabscheider.

Was das für die Versicherung bedeutet

Rückstauschäden sind nur mit einem Elementarschadenbaustein versichert. Und selbst dann verlangen die Bedingungen regelmäßig, dass die Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene ordnungsgemäß gesichert und die Sicherung funktionsfähig gewartet ist. Fehlt die Sicherung oder fehlt der Wartungsnachweis, droht eine Kürzung oder Ablehnung.

Führen Sie deshalb ein einfaches Wartungsheft: Datum, wer war da, was wurde geprüft, was wurde getauscht. Das kostet nichts und ist im Schadenfall bares Geld wert. Mehr dazu in Gebäude- oder Hausratversicherung.

Typische Fehler in Bestandsgebäuden

  • Klappe im Revisionsschacht. Sitzt der Verschluss vor dem Haus, wird bei geschlossener Klappe das gesamte Hausabwasser aufgestaut und drückt im Keller heraus.
  • Ein Verschluss für alles. Eine Sammelabsicherung sperrt auch die Ablaufstellen oberhalb der Rückstauebene und verhindert deren freien Abfluss.
  • Falscher Typ. Für fäkalienhaltiges Abwasser gelten andere Anforderungen als für fäkalienfreies. Der Typ steht auf dem Bauteil.
  • Fehlende Zugänglichkeit. Ein zugestellter oder zugefliester Verschluss kann nicht gewartet werden und ist damit faktisch wirkungslos.
  • Hebeanlage ohne Schleife. Die Druckleitung muss über die Rückstauebene geführt werden, sonst nützt die Pumpe im Rückstaufall nichts.

Zusätzlicher Schutz gegen Oberflächenwasser

Rückstau aus dem Kanal ist nur ein Weg, auf dem Wasser in den Keller kommt. Bei Starkregen fließt Oberflächenwasser über Hofflächen, Einfahrten und Kellertreppen. Dagegen helfen andere Maßnahmen: erhöhte Lichtschachtaufsätze, regensichere Abdeckungen, eine Schwelle oder Rinne vor der Kellertreppe, ein Gefälle weg vom Gebäude und ausreichend dimensionierte Hofabläufe mit eigener Sicherung.

Prüfen Sie außerdem die Dachentwässerung. Ein verstopftes Fallrohr entlädt sich direkt an der Hauswand, siehe Regenrinne und Fallrohr. Und halten Sie den Straßenablauf vor dem Grundstück im Herbst laubfrei, das kostet nichts und hilft der ganzen Straße.

Die Punkte, an denen sich die Pflicht entscheidet

  • Welche Ablaufstellen unterhalb der Straßenoberkante liegen. Diese Höhenlage entscheidet darüber, was überhaupt gesichert werden muss.
  • Ob für diese Stellen eine Sicherung vorhanden ist und welchen Typ sie hat. Der Typ muss zum Abwasser passen, sonst ist die Sicherung wirkungslos.
  • Ob die Sicherung funktioniert. Vorhandensein und Funktion sind zwei verschiedene Dinge, und im Schadenfall zählt allein die Funktion.
  • Ob fäkalienhaltiges Abwasser betroffen ist. Dann führt der Weg zu einer Hebeanlage über der Rückstauebene.
  • Ob die Wartung dokumentiert ist. Ohne Nachweis über feste Intervalle fehlt gegenüber dem Versicherer die Grundlage.
  • Ob die Police Elementarschäden einschließt. Ohne diesen Baustein ist ein Rückstauschaden regelmäßig nicht gedeckt.

Bei Fragen zur Ausführung hilft Rückstau und Rückstausicherung, bei akutem Rückstau Abwasser drückt zurück. Rohrfast24, Klosterstraße 80, 40211 Düsseldorf, ist unter 01512 4403579 erreichbar, in Düsseldorf und im Umkreis von 30 Kilometern.

Was genau ist die Rückstauebene in Düsseldorf?

Die Straßenoberkante vor dem anzuschließenden Grundstück, also die Fahrbahn einschließlich Gehwegen und Seitenstreifen. Alle Ablaufstellen, die tiefer liegen, gelten als rückstaugefährdet und müssen gesichert werden.

Haftet die Stadt, wenn der Kanal überläuft?

Die Abwassersatzung legt die Sicherung gegen Rückstau dem Grundstückseigentümer auf und schließt eine Haftung der Stadt für Rückstauschäden aus. Wer ungesicherte Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene betreibt, trägt das Risiko selbst.

Reicht eine Rückstauklappe für ein Keller-WC?

Nein. Für fäkalienhaltiges Abwasser und für bewohnte oder gewerblich genutzte Kellerräume ist eine Abwasserhebeanlage mit Druckleitung über die Rückstauebene die richtige Lösung. Klappen sind nur für bestimmte, untergeordnete Anwendungen zulässig.

Wie oft muss eine Rückstausicherung gewartet werden?

Nach Herstellerangaben und den technischen Regeln, in der Praxis üblicherweise halbjährlich. Geprüft werden Dichtsitz, Beweglichkeit der Klappe, Zustand der Dichtungen und die Funktion des Notverschlusses. Dokumentieren Sie jede Wartung.

Quellen

  • Technische Abwassersatzung der Landeshauptstadt Düsseldorf — § 2 Ziffer 15, Definition der Rückstauebene als Straßenoberkante vor dem Grundstück
  • Technische Abwassersatzung der Landeshauptstadt Düsseldorf — § 3 Abs. 13, Pflicht zur Sicherung von Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene, keine Haftung der Stadt
  • DIN EN 12056-4 — Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden, Abwasserhebeanlagen, Planung und Betrieb
  • DIN 1986-100 — Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke, Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056
  • DIN EN 13564 — Rückstauverschlüsse für Gebäude, Typen und Anforderungen

Fachlich geprüft von Rohrfast24 · Fachbetrieb für Rohr- und Kanalreinigung · Klosterstraße 80, 40211 Düsseldorf. Geprüft am 22.08.2026.

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