Der Aufwand einer Leckortung hängt davon ab, wie eindeutig die Anzeichen sind, wie groß die zu untersuchende Fläche ist, welcher Aufbau vorliegt und wie viele Verfahren kombiniert werden müssen. Viele Verträge decken die Kosten für das Auffinden und Freilegen der Schadenstelle, weshalb die Abstimmung mit dem Versicherer vor Beginn wichtig ist.
Warum geortet wird, bevor gestemmt wird
Ein feuchter Fleck sagt nichts darüber, wo Wasser austritt. Wasser läuft im Estrich, in der Dämmschicht und an Leitungen entlang und zeigt sich oft mehrere Meter von der Austrittsstelle entfernt, manchmal ein Geschoss tiefer. Wer an der feuchten Stelle aufstemmt, findet häufig ein intaktes Rohr und hat ein zusätzliches Loch in einem Boden, der ohnehin schon Schaden genommen hat.
Eine Ortung ist deshalb keine Vorstufe, sondern die eigentliche Weichenstellung. Sie entscheidet über den Umfang der Öffnung, über den Umfang der Trocknung und damit über den größten Teil des späteren Aufwands, siehe Leckortung.
Die Verfahren und was sie leisten
| Verfahren | Prinzip | Geeignet bei |
|---|---|---|
| Akustische Ortung | Körperschall des austretenden Wassers wird abgehört | Druckleitungen mit anstehendem Druck |
| Thermografie | Temperaturunterschiede an der Oberfläche werden sichtbar gemacht | Warmwasser- und Heizungsleitungen, Grundlage in DIN EN 13187 |
| Feuchtemessung | Feuchteverteilung im Bauteil wird erfasst | Eingrenzung der betroffenen Fläche |
| Druckprüfung | Abschnitt wird abgesperrt und geprüft | Trinkwasserinstallation, Anforderungen in DIN EN 806-4 |
| Prüfgas | Gas wird eingeleitet und an der Oberfläche nachgewiesen | drucklose oder schwer zugängliche Leitungen |
| Kamerabefahrung | Leitung wird von innen betrachtet | Abwasserleitungen, Grundleitungen |
| Endoskopie | Blick in Hohlräume durch kleine Öffnungen | Vorwände, Schächte, Zwischendecken |
Kein Verfahren deckt alles ab. Deshalb wird in der Praxis kombiniert: erst eingrenzen, dann verdichten, dann bestätigen. Wie viele Schritte nötig sind, hängt vom Befund ab und lässt sich vorher nicht sicher sagen.
Was den Aufwand bestimmt
- Eindeutigkeit der Anzeichen. Ein sichtbar tropfender Anschluss ist schnell gefunden, eine schleichende Durchfeuchtung über eine große Fläche nicht.
- Größe der Fläche. Je mehr Räume betroffen sind, desto mehr Messpunkte sind nötig.
- Aufbau. Estrich auf Dämmung, Holzbalkendecken und Fußbodenheizungen erschweren die Zuordnung.
- Art der Leitung. Eine drucklose Abwasserleitung verhält sich anders als eine Trinkwasserleitung unter Druck.
- Zugang. Verkleidete Vorwände, Einbaumöbel und dichte Bodenbeläge verlängern die Suche.
- Zahl der Verfahren. Jede zusätzliche Methode bedeutet zusätzliche Technik und zusätzliche Arbeitszeit.
Warum mehrere Verfahren kombiniert werden
Jedes Verfahren hat eine blinde Stelle. Die akustische Ortung braucht Druck auf der Leitung und wird durch Umgebungsgeräusche gestört. Die Thermografie zeigt Temperaturunterschiede an der Oberfläche, nicht das Rohr selbst, und sie liefert bei kaltem Wasser wenig. Die Feuchtemessung zeigt, wo Wasser angekommen ist, nicht wo es ausgetreten ist. Eine Druckprüfung sagt, dass ein Abschnitt undicht ist, aber nicht, an welcher Stelle. Erst die Zusammenschau grenzt eine Fundstelle so weit ein, dass eine gezielte Öffnung möglich ist.
Daraus folgt auch, warum sich der Aufwand vorher nur ungefähr abschätzen lässt. Bestätigt das zweite Verfahren das Ergebnis des ersten, ist die Sache kurz. Widersprechen sich die Bilder, weil etwa zwei Feuchtequellen zusammentreffen, wird ein dritter Schritt nötig.
Der Vergleich, auf den es ankommt
Zwei Angebote zur Ortung sind nur vergleichbar, wenn sie dieselben Fragen beantworten: Welche Verfahren sind enthalten? Ist die Erstellung eines Berichts eingeschlossen? Wird nach Aufwand oder als Paket abgerechnet? Was geschieht, wenn ein zusätzliches Verfahren nötig wird, und wird darüber vorher informiert? Und schließlich: Ist die anschließende Öffnung des Bodens enthalten oder eine eigene Leistung? Diese fünf Punkte erklären fast jeden Unterschied zwischen zwei Angeboten.
Ortung ist nicht Reparatur
Die Ortung endet mit der Feststellung, wo das Wasser austritt. Das Öffnen des Bodens, die Reparatur, die Trocknung und die Wiederherstellung sind eigene Leistungen. Diese Trennung ist wichtig, weil sie in der Abrechnung sichtbar sein sollte und weil Versicherer die Positionen unterschiedlich behandeln, siehe Leitungswasserschaden abrechnen.
Wie Versicherer damit umgehen
Wohngebäudeversicherungen sehen in ihren Bedingungen regelmäßig vor, dass die Kosten für das Auffinden, das Freilegen und das Wiederherstellen bei einem Leitungswasserschaden versichert sind; maßgeblich ist immer der eigene Vertrag. Wichtig ist die Reihenfolge: melden, abstimmen, dann beauftragen. Zugleich besteht nach § 82 VVG die Pflicht, den Schaden zu mindern, weshalb niemand untätig bleiben muss, wenn Wasser weiter austritt. Aufwendungen zur Schadensminderung sind nach § 83 VVG erstattungsfähig.
Wird kein Leck gefunden, ist die Lage vertragsabhängig. Manche Versicherer erstatten die Ortungskosten dennoch, wenn ein begründeter Verdacht auf einen versicherten Schaden bestand. Deshalb gehört die Frage vor die Beauftragung und nicht danach, siehe Gebäude- und Hausratversicherung.
Was Bewohner selbst eingrenzen können
Ein einfacher Anhaltspunkt ist der Wasserzähler: Wenn alle Entnahmestellen geschlossen sind und sich das Zählwerk trotzdem bewegt, spricht das für einen Austritt in der Trinkwasserinstallation, siehe Wasserzähler undicht. Bleibt der Zähler still, kommt eher eine Abwasserleitung, eine Heizungsleitung oder Feuchtigkeit von außen in Betracht. Auch der zeitliche Verlauf hilft: Feuchtigkeit, die nur nach dem Duschen auftritt, deutet auf die Abdichtung im Bad, nicht auf ein Rohr.
Diese Beobachtungen ersetzen keine Ortung, aber sie verkürzen sie, weil sie die Zahl der in Frage kommenden Ursachen verringert.
Was im Bericht stehen sollte
Ein brauchbarer Ortungsbericht benennt die eingesetzten Verfahren, die Messwerte, die Lage der Fundstelle möglichst maßgenau, die betroffene Fläche und eine Einschätzung zur Ursache. Er ist die Grundlage für die Regulierung, für die Beauftragung der Reparatur und für die Frage, wer den Schaden zu verantworten hat, etwa in einer Eigentümergemeinschaft, siehe WEG und Abwasserleitung. Ein Bericht, der nur ein Ergebnis behauptet, leistet das nicht.
Verbindlich wird ein Preis erst, wenn jemand die Anlage vor Ort gesehen hat. Genau dann wird er genannt, und zwar bevor gearbeitet wird. Rohrfast24, Klosterstraße 80, 40211 Düsseldorf, ist unter 01512 4403579 erreichbar.
Was ein Einsatz kostet, hängt davon ab, was sich vor Ort zeigt. Den verbindlichen Preis nennen wir Ihnen, bevor gearbeitet wird – ohne Ihre Zustimmung entsteht kein weiterer Aufwand.
Wie aufwendig ist eine Leckortung?
Das hängt davon ab, wie eindeutig die Anzeichen sind und wie groß die betroffene Fläche ist. Ein sichtbar tropfender Anschluss ist rasch gefunden, eine schleichende Durchfeuchtung im Fußbodenaufbau erfordert mehrere Verfahren nacheinander. Bauweise, Zugänglichkeit und die Art der Leitung bestimmen den Aufwand zusätzlich.
Findet die Ortung jedes Leck?
Nicht in jedem Fall auf Anhieb. Sehr kleine Austritte, Wasser hinter dichten Bodenbelägen und Schäden in schwer zugänglichen Hohlräumen können mehrere Anläufe erfordern. Deshalb wird in der Regel kombiniert: erst eingrenzen, dann verdichten, dann bestätigen. Ein seriöser Bericht benennt auch, was nicht sicher festgestellt werden konnte.
Zahlt die Versicherung, wenn kein Leck gefunden wird?
Das hängt vom Vertrag ab. Manche Versicherer erstatten die Kosten auch dann, wenn ein begründeter Verdacht auf einen versicherten Schaden bestand, andere nicht. Weil sich das nachträglich schlecht klären lässt, gehört die Frage vor die Beauftragung, zusammen mit der Meldung des Schadens.
Lässt sich ein Leck mit dem Wasserzähler eingrenzen?
Als erster Anhaltspunkt ja. Bewegt sich das Zählwerk, obwohl alle Entnahmestellen geschlossen sind, spricht das für einen Austritt in der Trinkwasserinstallation. Steht es still, kommen eher Abwasser- oder Heizungsleitungen oder Feuchtigkeit von außen in Betracht. Eine genaue Lokalisierung ersetzt diese Beobachtung nicht.
Quellen
- DIN EN 13187 — Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden, Nachweis von Wärmebrücken mittels Infrarot-Verfahren, Grundlage der thermografischen Untersuchung
- DIN EN 806-4 — Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, Installation, Anforderungen an Druckprüfungen
- DIN 1986-30 — Instandhaltung von Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke
- Allgemeine Wohngebäude-Versicherungsbedingungen — Regelungen zu versicherten Kosten für das Auffinden, Freilegen und Wiederherstellen bei Leitungswasserschäden; maßgeblich ist immer der eigene Vertrag
Fachlich geprüft von Rohrfast24 · Fachbetrieb für Rohr- und Kanalreinigung · Klosterstraße 80, 40211 Düsseldorf. Geprüft am 22.08.2026.